Was jeder Wohnmobil-Besitzer wissen sollte
Prüfungen, Fristen und Alltagswissen rund ums Wohnmobil -- als Video mit Hintergrundgeschichte. Auf ein Thumbnail klicken für die Geschichte dahinter.
Pflichtwissen-Videos
Alle VideosAuf ein Thumbnail klicken für die Geschichte dahinter -- und den Link zum Video auf YouTube.
Pflichtwissen3.500 kg, B96 oder C1? Warum Kerstin trotzdem 7,5 Tonnen fahren darf
Pflichtwissen3.500 kg, B96 oder C1? Warum Kerstin trotzdem 7,5 Tonnen fahren darf
3.500 kg zulässiges Gesamtgewicht ist die Grenze, bis zu der ein normaler Autoführerschein (Klasse B) für ein Wohnmobil reicht – und zwar für das komplett beladene Fahrzeug inklusive Gas, Wasser, Gepäck und allen Personen an Bord, nicht das Leergewicht aus dem Prospekt. Mit dem Zusatzeintrag B96 (theoretische und praktische Schulung, keine neue Prüfung) dürft ihr zusätzlich einen Anhänger oder Fahrradträger bis 750 kg ziehen, solange das gesamte Gespann aus Wohnmobil und Anhänger 4.250 kg nicht überschreitet – die Grenze gilt fürs ganze Gespann, nicht fürs Wohnmobil allein. Wiegt das Wohnmobil selbst mehr als 3.500 kg, reichen B und B96 nicht mehr, dann braucht's den C1-Führerschein samt echter Fahrschule. Bei uns ist das anders gelöst: Unser Eddie ist auf 4.000 kg aufgelastet, und Kerstin hat noch einen alten Führerschein von vor 1999 – der berechtigt automatisch bis 7,5 Tonnen, ganz ohne C1. Wer seinen Führerschein erst später gemacht hat, für den gilt das nicht. Die von der EU 2025 beschlossene Anhebung der B-Klasse auf 4.250 kg ohne C1-Pflicht ist in Deutschland übrigens noch nicht gültig – die Umsetzung ins nationale Recht hat bis Ende 2028 Zeit, mit Verzögerung wird gerechnet. Unser Praxistipp: einmal komplett beladen – voller Wassertank, volle Gasflasche, alle Personen, Tiere und Gepäck an Bord – auf eine geeichte Waage bei TÜV oder Dekra fahren, nur so kennt ihr euer wirkliches Gewicht statt der Prospektangabe.
Video auf YouTube ansehen
PflichtwissenCamper-Check: Feuerlöscher-Pflicht in Europa – Was du wissen musst!
PflichtwissenCamper-Check: Feuerlöscher-Pflicht in Europa – Was du wissen musst!
Ein Feuerlöscher ist in Deutschland gar nicht Pflicht – vorgeschrieben sind bei uns nur Verbandskasten, Warndreieck und eine Warnweste pro Person. Der ADAC empfiehlt einen Feuerlöscher trotzdem, weil bei Strom, Hitze, Feuer oder Gas schnell mal ein Funke zum Problem werden kann. Für uns besonders wichtig, weil wir öfter dort unterwegs sind: In Dänemark und Schweden sind Verbandskasten und Warndreieck Pflicht, die Warnweste wird dort nur empfohlen – und wer im Winter (Dezember bis März) in Schweden unterwegs ist, muss zusätzlich eine Schaufel dabeihaben, falls man im Schnee steckenbleibt. Auch sonst gibt's europaweit kuriose Unterschiede: In Tschechien und Kroatien müsst ihr Ersatzglühlampen mitführen, in Spanien gilt seit 2026 eine V16-Warnlampenpflicht statt des Warndreiecks. Wir selbst haben trotzdem immer einen Feuerlöscher UND eine Löschdecke griffbereit vorne verstaut, checken die Gültigkeit einmal im Jahr vor Saisonstart, und empfehlen das jedem – Sicherheit geht einfach vor, auch wenn's gesetzlich nicht in jedem Land Pflicht ist.
Video auf YouTube ansehen
PflichtwissenStinkender Grauwassertank Wohnmobil: Endlich geruchsfrei reisen – ohne Stress!
PflichtwissenStinkender Grauwassertank Wohnmobil: Endlich geruchsfrei reisen – ohne Stress!
Unser Wohnmobil roch teilweise wie eine überfüllte Biotonne, bis wir eine einfache Lösung gefunden haben – ganz ohne Chemie oder Internet-Tricks wie Essig, der uns die Dichtungen angreifen würde. Da wir keinen Revisionszugang zu unserem Grauwassertank haben, musste die Lösung von oben funktionieren. Vorbeugend achten wir seitdem genau darauf, was in den Abfluss kommt: Nudelwasser, Milch- oder Joghurtreste kippen wir nicht in die Spüle, sondern direkt an der offiziellen Grauwasserentsorgung aus. Fettige Teller wischen wir vorher mit Küchenpapier ab, richtig dreckiges Geschirr spülen wir in einer separaten Schüssel statt direkt im Spülbecken – auch die Schüssel entsorgen wir dann extra. Wenn es doch mal müffelt, ist unser Gamechanger ein enzymatischer Reiniger (wir nutzen Solbio, 40 ml auf 20 Liter Wasser), den wir über die Spüle einfüllen und dann einfach eine kurvenreiche Fahrt machen, damit alles im Tank ordentlich durchgeschwappt wird – am Ziel den Tank entleeren, und der Geruch ist weg. Die größte Schwachstelle bei uns ist die Dusche, weil der Abfluss dort keinen Siphon hat: Wenn wir nicht duschen, stecken wir einfach einen Stopfen rein, damit nichts hochsteigen kann. Bei einer verstopften Spüle hilft eine flexible Nylonbürste, um die Leitung ohne Schrauben zu reinigen, danach mit heißem (nicht kochendem) Wasser nachspülen, damit die Kunststoffleitungen keinen Schaden nehmen.
Video auf YouTube ansehen
PflichtwissenAlugas Travelmate: Der große G607-Check – Was ist zu tun?
PflichtwissenAlugas Travelmate: Der große G607-Check – Was ist zu tun?
Wegen der neuen G607-Vorschrift ab 1. Juni 2026 herrscht in der Wohnmobil-Community richtig viel Verunsicherung – deshalb fassen wir hier die wichtigsten Punkte zusammen. Die Kernregel ist simpel: Wenn ihr zum Tanken erst eine Tür oder Klappe öffnen müsst, habt ihr keinen zulässigen Außenanschluss mehr. Der Tankstutzen muss von außen direkt erreichbar sein, ohne dass irgendetwas aufgemacht werden muss. Wer umrüsten muss, hat meist mehrere einfache Optionen: den Stutzen 2-3 cm nach vorne versetzen, ein Loch möglichst nah am Türscharnier bohren (dann bewegt sich der Schlauch beim Öffnen kaum) oder den Schlauch einfach durch schon vorhandene Lüftungsöffnungen nach draußen führen, wenn kein Loch gebohrt werden soll. Der Flaschenwechsel muss künftig komplett werkzeuglos möglich sein – Flügelmuttern, Sterngriffschrauben oder Schnellkupplungen sind erlaubt, normale Schrauben oder gar Kabelbinder nicht. Eine Schnellkupplung ist bei Neuanlagen ohnehin Pflicht. Wichtig: Es gibt keinen Bestandsschutz – selbst eine erst 2023 eingebaute Anlage muss bis zur nächsten Gasprüfung nachgerüstet werden, wenn sie nicht den neuen Regeln entspricht. Selbereinbau ist weiterhin erlaubt, muss aber danach von einem Sachkundigen im Rahmen der G607-Prüfung abgenommen und im gelben Prüfbuch eingetragen werden – im Fahrzeugschein muss bei CE-Tanks wie der Alugas Travelmate dafür nichts eingetragen werden. Die Travelmate selbst hat eine garantierte Nutzungsdauer von 10 Jahren, bevor eine Regeneration ansteht. Und wer sich fragt, ob man gleich ein teures Doppelsystem braucht: Nein, eine einzelne Travelmate zusammen mit einer normalen Tauschflasche ist völlig legal und weit verbreitet.
Video auf YouTube ansehen
PflichtwissenGasprüfung 2026: Der Gastank-Umbau, den keiner will!
PflichtwissenGasprüfung 2026: Der Gastank-Umbau, den keiner will!
Weil zum 1. Juni die neue G607-Norm für Gasanlagen in Kraft getreten ist, mussten wir unsere Tankgasflasche auf einen Außenanschluss mit Schnellkupplung umrüsten – der bisherige Anschluss innen fällt weg. Die gute Nachricht: Die Gasflasche selbst konnten wir weiterverwenden, nur die Halterung und der Anschluss mussten erneuert werden. Wichtig beim Einbau: Den neuen Außenstutzen möglichst nah am Türscharnier platzieren, damit sich der Schlauch beim Öffnen und Schließen kaum bewegen muss, und die Klappe in Fahrtrichtung montieren, damit sie beim Fahren nicht aufflattert. Bei der Schnellkupplung reicht eine viertel bis halbe Umdrehung zum Festziehen – mehr braucht es nicht, und zu festes Anziehen kann das Messing auf Dauer beschädigen. Zur Dichtheitsprüfung reicht simples Spülwasser: Draufsprühen, und wenn sich Blasen bilden, ist noch was undicht. Da unsere reguläre Gasprüfung ohnehin in diesem Monat fällig war, haben wir sie direkt mit erledigt – damit sind wir für die nächsten zwei Jahre wieder durch.
Video auf YouTube ansehen
Pflichtwissen❄️🚐 So leeren wir die Wasserleitungen um das Wohnmobil winterfest zu machen
Pflichtwissen❄️🚐 So leeren wir die Wasserleitungen um das Wohnmobil winterfest zu machen
Damit unser Wohnmobil im Winter frostfrei bleibt, entwässern wir vor jeder Standzeit die komplette Wasseranlage. Zuerst lassen wir den Frischwassertank leer laufen – dafür haben wir uns statt des serienmäßigen Steckverschlusses einen Gardena-Abschlusshahn montieren lassen, den man einfach aufdreht, statt ihn jedes Mal abzuziehen und zu verlieren. Danach entleeren wir unseren Boiler über ein Ventil unter der Sitzbank. Als Nächstes schalten wir die Wasserpumpe ein und öffnen nacheinander alle Wasserhähne, jeweils kalt und warm, bis nichts mehr kommt. Für das Restwasser in den Leitungen schrauben wir die Perlatoren an den Hähnen ab (geht super einfach mit einer Münze) und blasen mit einem elektrischen Tastatur-Reinigungsgebläse mindestens drei Minuten durch die Leitung – deutlich angenehmer, als mit dem Mund reinzupusten. Wir haben es vorher übrigens mit Luftballons probiert und dabei mindestens 50 Stück zerstört, bis wir auf diesen Trick gekommen sind. So ist unser Wohnmobil in wenigen Minuten sauber und schnell winterfest.
Video auf YouTube ansehen